Mut zur Lücke!

 

Animal Aided Design Aachen

Luftbild der Blockinnenbereiche im Hubertusviertel Urheberrecht: © N. Pszola

Viele Menschen schätzen die Stadt als Lebensraum, denn die Angebotsvielfalt, die man hier vorfindet macht eine größtmögliche Entfaltung individueller Lebensstile möglich. Diese Einschätzung zur Stadt als Lebensraum, gilt aber längst nicht nur für den Menschen, sondern auch für viele Wildtierarten. In dem Projekt „Mut zur Lücke!“ wenden wir uns dem Unbekannten zu und versuchen mit dem Bauen von Stadt einen Beitrag zur Erhöhung der städtischen Biodiversität zu leisten und zugleich attraktive Aufenthalts-, und Lebensräume für den Menschen entstehen zu lassen.

 

Dank ihrer Anpassungsfähigkeit siedeln sich immer mehr Wildtierarten im städtischen Raum an. Das wärmere Klima, die hohe Dichte an unterschiedlichen Oberflächen, die Vielfalt der Materialien, wechselnde Lichtverhältnisse bei Tag, wie bei Nacht sowie die Geräuschkulisse einer Stadt formen ein herausforderndes aber auch abwechslungsreiches Habitatmosaik. Mancherorts sogar abwechslungsreicher als in stadtnahen monokulturell bewirtschafteten Kulturlandschaften. Maßnahmen zum Erhalt und zum Schutz der Stadtnatur konzentrieren sich heute vor allem auf einzelne Flächen, wie Stadtparks, Stadtwälder, Friedhöfe oder Uferbereiche. Angesichts des anhaltenden Rückgangs von Tieren in Städten und der schrumpfenden Biodiversität in Deutschland im Allgemeinen, scheint die Fokussierung auf diese Stadtnatur-Patches nicht mehr auszureichen. Stattdessen erfordert die Erhaltung und Steigerung der städtischen Biodiversität Maßnahmen, die über die Pflege und den Schutz bestehender Flächen hinausgehen und sich der urbanen Matrix selbst zuwenden.

Unter dem Titel Animal-Aided Design (AAD) haben Wissenschaftler der Universität Kassel und der Universität München, eine Entwurfsmethode entwickelt, mit der die Bedürfnisse von Tierarten in die Planung und Gestaltung städtischer Freiräume eingebunden werden. Sie beschreiben den Ansatz der Methode wiefolgt:
„AAD stellt die Ansprüche einzelner Arten in den Vordergrund und zielt auf die Integration dieser Bedürfnisse in die landschaftsarchitektonische und städtebauliche Entwurfsplanung, um damit neue urbane Naturbilder und -erfahrungen zu ermöglichen. Anders als bei »ungestalteter« Natur, wie etwa dem Konzept der „urbanen Wildnis“, wird im Rahmen von AAD – wie bei jeder Gartengestaltung und in der Landschaftsarchitektur – ein Naturbild neu entworfen oder ein bereits bestehendes rekonstruiert und den jeweiligen Betrachter*innen und Nutzer*innen mit dem Zweck des ästhetischen Erlebens angetragen. AAD betrachtet Wildtiere in einem gestalterischen Kontext, ähnlich wie man es mit Pflanzen schon sehr lange in der Gartengestaltung und Landschaftsarchitektur macht.“

Vor diesem Hintergrund wenden wir uns dem Hubertusviertel der Stadt Aachen zu. Das Viertel ist geprägt von einer dichten Blockrandbebauung und besitzt nur einen geringen Freiflächenanteil, doch die Gestalt des öffentlichen Raumes, der über den Straßenraum hinaus in Innenhöfe, kleine Seitengassen und Stadtnischen hineinfließt, ist besonders spannend. Um die Wohnqualität und die klimatische Situation zu verbessern möchte die Stadt Aachen Ideen für die Begrünung, Entsiegelung und Wiederbelebung dieser Räume sammeln. Lassen wir uns dazu doch einmal von den Bedürfnissen der uns noch unbekannten Stadtbewohner inspirieren!

Im Verlauf des Semesters wird eine inhaltliche Kooperation mit dem Seminar „Gebäudebegrünung – Gut für Mensch und Tier“ unter der Betreuung von Dr. Sandra Sieber stattfinden.

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Wichtige Termine:

  • 12.10.21, 14:00 Uhr: thematische Einführung
  • 16.11.21, 14:00 Uhr: 1. Zwischenkolloquium
  • 21.12.21, 14:00 Uhr: 2 Zwischenkolloquium
  • 15.02.22, 14:00 Uhr: Abgabe