Learning from Venice

 

Urbane Herausforderungen und Chancen im Anthropozän

Viele Menschen auf einem Platz in Venedig Urheberrecht: CC BY NC

„Alle Städte sollten so sein wie Venedig.“(Jan Gehl)

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Die Exkursion wird nicht wie geplant in der Pfingswoche stattfinden. Ein Ersatztermin wird in Kürze bekanntgegeben.

 

Der berühmte Stadtplaner Jan Gehl bezieht sich im oben genannten Zitat auf die Tatsache, dass Venedig viele Kriterien für eine Stadt im menschlichen Maßstab mit hoher Lebensqualität erfüllt: Sie ist autofrei, bietet Plätze zum Verweilen und wurde für den Fußverkehr konstruiert. Aber welchen Einfluss haben weitere Faktoren, wie die einzigartige Insellage, die Ensembles berühmter Architekturen und das besondere Verkehrsnetz auf das Leben in der Stadt Venedig? Welche Rolle spielt die ständige Präsenz von sicht- und fühlbaren Naturgewalten? Erst letztes Jahr im November wurde die Stadt wieder durch das Phänomen Aqua Alta heimgesucht und komplett überschwemmt. Venedig droht aber nicht nur zu versinken (zwischen 1900 und 1970 ist die Stadt 23 Zentimeter gesunken), sondern auch die oben genannte Lebensqualität stetig immer weiter zu verlieren. Die ursprünglichen Bewohner und Dienstleister können sich durch den verstärkten Tourismus und die dadurch erhöhten Immobilienpreise das Leben auf der Insel nicht mehr leisten. Die Stadt verliert an lokalen, identitätsstiftenden Einzelhandel und an seiner Authentizität , da sich das „richtige“ Leben außerhalb des Massentourismus woanders am Land abspielt. Die alltäglichen Momente, Begegnungen und Bewegungen die Jan Gehl seit 50 Jahren in den Metropolen der Welt dokumentiert und analysiert auf der Suche nach dem menschlichen Maßstab für unsere Städte, gehen Venedig nach und nach verloren.

Das Ziel der Veranstaltung ist es, am Beispiel der Stadt Venedig, Herausforderungen und auch Chancen für humane urbane Lebensräume im Anthropozän zu verstehen und zu entdecken sowie dabei mittels einer großen Analyse aufzudecken, welche Faktoren Venedig lebenswert gemacht haben und teils noch machen.

In Vorbereitung auf die Exkursion werden die Studierenden in kleinen Teams eigene Recherchen zur Stadt Venedig durchführen und sich vor Ort in Venedig gegenseitig vorstellen. Parallel dazu werden sich die Teams mit ausgewählten übergreifenden Recherchen zum Thema: Urbane Herausforderungen und Chancen im Anthropozän auseinandersetzen und aufbereiten. Abschließend werden die Ergebnisse in einer kleinen Ausstellung präsentiert und diskutiert.