BÜCHEL:LAB

 

Öffentlichen Raum kollektiv über Entwicklung von Prozessen und Aktionen choreografieren und etablieren

Schriftzug “Liebe deine Stadt” auf einem Gebäude Urheberrecht: © Creative Commons (CC)

Die Corona-Pandemie hat uns mehr denn je gezeigt, dass unsere Städte anders geplant werden sollten: Grüner, Sozialer und Inklusiver. Was bedeutet das?

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Der Wert von Stadtgrün hat für viele Menschen Verlauf des letzten Jahres stark an Bedeutung gewonnen. Aufenthalte im Grünen dienen der Verbesserung der geistigen und körperlichen Gesundheit und ermöglichen, trotz pyhsical distancing, soziale Kontakte zu Freunden und Bekannten. Teils überfüllte Grünflächen zeigten aber auch, dass es zu wenig Grünräume in unseren Städten gibt, welche oft auch nicht den Vorstellungen der Besucher entsprechen. Anhand langer Warteschlangen und leerer Restaurants wurde uns bewusst, dass unsere Städte, wie wir sie kennen, teils monofunktional geplant sind und das Konsumieren in den Fokus rücken. Könnten wir an dieser Stelle mehr Entscheidungsmacht in die Hände der Bewohner*innen legen, um diese zu Co-Produzenten in Gestaltungsprozessen zu machen und gemeinschaftliche und inklusive Konzepte von Stadt zu denken und zu realisieren? Dieses Stadt-Selber-Machen werden wir anhand eines konkreten Ortes erproben, indem wir partizipativ Ideen ersinnen, temporäre Nutzungskonzepte & Interventionen entwickeln und diese baulich umsetzen. Es werden folgende Themen im Fokus stehen:

  • Grün und Wohnbefinden
  • Urbane Interventionen und performative Stadtentwicklung
  • Verwaltung und Entwicklung von Zwischennutzungen

Unser Ort der Aktion wird das Parkhaus am Büchel sein. Das Gebäude wird 2021 abgetragen, wodurch eine ca. 4500 qm große Fläche frei wird. Diese zukünftige Brachfläche soll multifunktional nutzbar und als Ort vielseitig erlebbar sein. Es soll ein Ort der Verständigung und des Austausches zwischen diversen Akteuren ausgeformt werden. In einem gemeinschaftlichen Prozess wurden bereits Ideen für die Gestaltung gesammelt und in ein grobes Konzept übersetzt: Von Freilichtkino, bis Bühnenkunst über Barfußpfade hin zu der Gestaltung eines Erlebnis-Spielplatzes, sind bereits unterschiedlichste Aktionen für die Zukunft geplant. Die Akzeptanz für diese neuen Funktionen gilt es über innovative Aktionen im Rahmen einer Zwischennutzung des Ortes zu generieren. Die Brache am Büchel soll so zu einer Bühne für performative Stadtentwicklung werden.

So werden auf lokaler Ebene innovative räumliche Antworten gefunden, welche offensiv mit der Krise umgehen und diese als Katalysator und Chance für neue Entwicklungen begreifen.

Das Projekt ist für zwei aufeinander aufbauende Semester als M2 Projekt für Studierende im Master Architektur konzipiert. Studierende im Master Stadtplanung können das Projekt als einsemestriges Projekt (M1/2/3) im Winter 2021/22, sowie im Sommer 2022 belegen.

Im Wintersemester 2021/22 (M2.1 oder M1/2/3) erfolgt die Aufbereitung von theoretischen Konzepten zur temporären Raumentwicklung und die Analyse verschiedener Fallbeispiele. Es geht darum zu verstehen wie theoretisch und praktisch öffentlicher Interaktionsraum entworfen wird. Das Verhältnis von Mensch zu Raum und Verhalten und seine Interaktionen mit diesem werden dabei näher beleuchtet. Welche Rolle spielt der Mensch in Raumentwicklungsprozessen? Wir werden uns zum Beispiel mit Konzepten wie Place Making, Temporary Urbanism oder auch Tactical Urbanism befassen und entwickeln auf deren Grundlage ein innovatives Raumnutzungskonzept für die Brache. Basierend auf Erkenntnissen der theoretischen Vorarbeit sollen im Sommersemester 2022 (M2.2 oder M1/2/3) Entwürfe entstehen, welche anschließend vor Ort, am ehemaligen Standort des Parkhauses am Büchel in Aachen, zur Umsetzung gebracht werden.

Die Aufgabe wird durch den Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur in enger Zusammenarbeit mit der Städtischen Entwicklungsgesellschaft Aachen GmbH & Co. KG (SEGA) gestellt.