ReDorfing

 

Am Rande neu bauen

Seit Anfang der 19. Jahrhundert präsentiert sich der Ort Morschenich-Alt als Lichtung inmitten des sogenannten Bürgewald (heute besser bekannt als Hambacher Forst), ein umfassendes Waldgebiet in der Jülicher Bördelandschaft. Morschenich-Alt war bis zur - durch den Tagebau bedingten - Umsiedlung ein landwirtschaftlich geprägtes Dorf. Heute erscheint es fast wie ein Geisterdorf, das nur 500 Meter entfernt vom Tagebau Rand inmitten einer Agrarlandschaft liegt. Diese hat ihre produktive Bedeutung längst verloren und wartet auf eine ultimative Zerstörung, die nicht stattfinden wird. 

  Friedhof Buxtehude © LVR-ADR Anna Graff

Die Gemeinde Merzenich hat sich das Ziel gesetzt, zur „Zukunftsregion Agrar & Klima“ zu werden und den unmittelbar von der Umsiedlung betroffenen Ort Morschenich-Alt zu einem „Ort der Zukunft“ für innovative Start-Ups, Unternehmen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen, sowie als Wohn- und Arbeitsstandort zu entwickeln. Für den alten Dorfkern wird bereits ein Masterplan entwickelt und es gibt Vorschläge für erste „Impuls-Projekte“. Diese orientierteren sie sich stark an dem Ziel, die identitätsstiftenden und charakterbildenden Siedlungsstrukturen des Ortes als kulturelles Erbe für die Wiederbesiedlung zu nutzen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf neuen Nachhaltigkeitsmodellen.

Ziel dieses Moduls wird es sein, Visionen für eine harmonische Entwicklung des Dorfes in Richtung Ufer des zukünftigen Sees zu erarbeiten.  Es ist nicht gefragt einen weiteren Touristenhafen zu entwerfen, sondern neue, nachhaltigere Formen der Erholung zu entwickeln, die stärker mit erneuten Typologien der Produktionslandschaft (agrar- und forstwirtschaftliche Kulturen) verbunden sind.

Dabei wird nicht nur die Verbindung zwischen dem alten Dorfkern und dem neuen Ufer im Fokus stehen, sondern auch die Landschaft in ihrer Multifunktionalität. Diese soll als Grundlage für neue Siedlungsformen entwickelt werden, die je nach gewählter Strategie zentriert oder verstreut sein können. Neue Nutzungen können hierbei auch neue identitätsstiftende Orte anbieten und entsprechende Wirtschaftsquellen generieren, aber im Einklang und nicht im Kontrast mit dem bestehenden alten Dorf. Die formulierten Visionen sollen als prozessorientierte Interventionen verstanden werden, die von Anfang an schrittweise umgesetzt werden können. Zeiträume und Unwägbarkeiten, die mit Landschaftsveränderungen in dieser Größenordnung verbunden sind, sollen auch unbedingt berücksichtigt werden.

 

 

Einführungsveranstaltung 10.10.2020, 10.00 Uhr

Institut für Landschaftsarchitektur, Seminarraum EG. Das Modul ist organisiert in Kooperation mit der Gemeinde Merzenich und der Lehr- und Forschungsschwerpunkt Zukunftsfähige Transformation der FH Aachen (Prof. Isabel Finkenberger), der sich seit 2020 dem Transformationsprozess vor Ort widmet. Betreuungen und Kolloquien voraussichtlich am Montagsmorgen, 9.00- 13:00 Uhr

05.12.22 Kolloquium 2 – Entwicklungsstrategie

23.01.23 Kolloquium 3 – Masterplan

13.02.23 Prüfung