Schwammstadt Viersen

 

Wassersensitive Stadtentwicklung als Beitrag zur Klimafolgenanpassung

In der Stadt Viersen ist gemäß einer Starkregenanalyse von einer erhöhten Überflutungsgefahr in Bereichen der nördlichen Innenstadt auszugehen. Insbesondere der Goetersstraße wird ein entsprechendes Gefahrenpotenzial nachgewiesen. Im Sinne der Klimafolgenanpassung besteht somit planerischer Handlungsbedarf. Gleichermaßen kann dieses Defizit als Chance verstanden werden, kreative Maßnahmen zu entwickeln, die nicht nur die Überflutungsgefahr verringern, sondern zu einer attraktiven Umgestaltung von Stadt- und Straßenräumen beitragen.

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Ole Jebsen

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  Sponge City Oslo Urheberrecht: © Ole Jebsen

Wie bereits in den vergangenen Jahren zu beobachten war, hat auch der Sommer 2023 (u. a. in Frankfurt (Main) und Nürnberg) gezeigt, dass öffentliche und private Stadträume in Deutschland im Zuge von Starkregen unter Druck geraten. Die vorhanden Entwässerungssysteme und Kanalnetze können auftretende Regenspenden nicht angemessen behandeln, was zu einem Überstau und folgend zu Überflutungen führt. Extreme Regenereignisse offenbaren somit schonungslos die Vulnerabilität städtischer Infrastrukturen, die seit Jahrzehnten darauf zielte, Wasser möglichst schnell über geschlossene Kanäle aus der Stadt abzuleiten.

Zur Gewährleistung der Daseinsvorsorge ist es folglich eine stadtplanerische Aufgabe, Konzepte und Strategien zu entwickeln, die das Wasser dezentral in der Stadt behandeln können. Statt des übergeordneten Ideals der unmittelbaren Regenwasserableitung, geht es gemäß der Idee des Schwammstadtprinzips darum, Maßnahmen zu entwickeln, die Regenwasser verstärkt vor Ort aufnehmen, zurückhalten und speichern. Vor dem Hintergrund des blauen Stadtumbaus gilt es besonders zu prüfen, welchen Beitrag Grünflächen und weitere grüne Infrastrukturen leisten können.

Die Goetersstraße in Viersen war ursprüngliche eine ortsprägende Straße, die insbesondere durch den Verlauf entlang des Dorfer Bachs in Viersen gekennzeichnet war. Diese besondere Bedeutung im Kontext des historischen Stadtgrundrisses lässt sich nur noch erahnen. Was neben städtebaulichen Erweiterungen und Überformungen auch darauf zurückzuführen ist, dass der ortsprägende Dorfer Bach in weiten Teilen kanalisiert ist und unter der Goetersstraße geführt wird.

Ziel des Projektes ist es, die Goetersstraße wassersensitiv nach den Ansätzen des Schwammstadtprinzips umzugestalten. Es sollen kreative Strategien und raumwirksame Maßnahmen entwickelt werden, die veranschaulichen, wie im Sinne der Klimafolgenanpassung mit Wasser in der Stadt umzugehen ist. In diesem Zusammenhang sind die stadthistorischen Qualitäten der Goetertsstraße inkl. des Dorfer Baches sowie die angrenzenden Freiräume aktiv mitzudenken. Das Projekt wird in Kooperation mit der Stadt Viersen durchgeführt. Im Rahmen des Projektes wird eine Exkursion angeboten, in welcher Beispiele aus der wassersensitiven Stadtentwicklung vorgestellt werden.

 

AnsprechpartnerIn:

Ole Jebsen, Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur

email: ojebsen@la.rwth-aachen.de

Einführungsveranstaltung: Di, 17.10.2023, 9:00 – 12:30, Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur

Weiteres folgt. Termine: 17.10.23 bis 27.02.24 immer Di, 9:00 bis 12:30 (Ausnahmen werden noch kommuniziert)

Prüfungstermin: Di, 27.02.2024, 9:00