Friedhof, quo vadis?

 

Konzepte für zukunftssichere Friedhöfe

Alte Grabsteine auf dem Friedhof St. Petri in Buxtehude Urheberrecht: Judith Ley

Bestattungskulturen verändern sich. Die Umgestaltung von Friedhöfen ist daher in ganz Deutschland ein Thema von hoher Aktualität. Insbesondere ältere Friedhöfe in kleineren Städten stehen vor strukturellen, (städte-)baulichen und ökonomischen Herausforderungen. So auch der Friedhof der Kirchengemeinde St. Petri in Buxtehude.

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Friedhof sucht. Neue Perspektiven für den Friedhof St. Petri in Buxtehude

Der Friedhof von St. Petri liegt an der Ferdinandstraße mitten in Buxtehude. Er ist nur wenige Gehminuten vom Bahnhof entfernt, gut mit dem Bus erreichbar und verfügt über zahlreiche Parkplätze. Dennoch werden dort immer weniger Menschen beigesetzt; die meisten Personen bevorzugen den Waldfriedhof außerhalb der Stadt. Folglich kann die Pflege der Anlage kaum noch bezahlt werden und ihr Zustand verschlechtert sich fortlaufend. Trotz der Lage zwischen Zentrum und Bahnhof sowie einem Grünzug und Siedlungsgebieten wird der Friedhof mit seinem schönen alten Baumbestand weder als besonderer Ort für die Anwohner, noch als öffentlicher grüner Freiraum wahrgenommen. Durch seine interessante, innerstädtische Lage könnte er – mit dem richtigen Konzept - eine zentrale Rolle im städtischen Freiraumsystem spielen. Die Mitglieder der Gemeinde St. Petri sind sich einig: Sie möchten den Friedhof erhalten und aufwerten, umgestalten und stärker in die Umgebung einbinden. Hierzu benötigen sie Ideen und (bauliche) Konzepte.

Das Masterprojekt „Friedhof – quo vadis?“ ist ein Experimentierfeld für mutige Ideen. Es lädt die Teilnehmer*innen ein, unterschiedliche Friedhofskonzepte zu reflektieren, neu zu interpretieren und individuelle Entwurfsideen zu formulieren. Gemeinsam mit Fachleuten werden die Themen Bauen und Gedenken, Begräbnis und Trauerkultur, Friedhof und zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten diskutiert. In einem Workshop mit den Mitgliedern der Gemeinde St. Petri werden erste Ansätze für die Entwicklung des Friedhofs Buxtehude erarbeitet. Hierbei soll entschieden werden, ob und welche zusätzlichen Nutzungen auf dem Friedhof stattfinden können.

  Friedhof Buxtehude Urheberrecht: Judith Ley

Im Verlauf des Semesters sollen die städtebauliche Einbindung und die Lage der Friedhofsgebäude optimiert, die Gliederung des Friedhofs bestimmt und ein zeitliches Entwicklungskonzept ausgearbeitet werden. Darüber hinaus können – je nach Interesse - Friedhofsgebäude, Bauwerke zur Urnenbestattung, Grabfelder und Freiräume entworfen werden. Ziel sind Entwürfe zur Umgestaltung des Friedhofs, welche die Anlage wieder in Beziehung zur Stadt setzen und als besonderen Ort für die Menschen stärken.

Der Friedhof St. Petri ist ein ideales Fallbeispiel und ermöglicht die Auseinandersetzung mit den Herausforderungen, die die Sicherung vieler Friedhöfe in kleineren Städten gefährden: Sinkende Bestattungszahlen, die Finanzierungslücke, in der der Friedhof sich heute befindet, das fehlende Gestaltungskonzept und die schwindende Wertschätzung des Friedhofs als kulturell bedeutender Ort.
Das Engagement der Gemeindemitglieder für eine zukunftssichere Umgestaltung des Friedhofs und ihr Wunsch nach innovativen Entwurfsansätzen und einer Zusammenarbeit mit Studierenden, bietet den Teilnehmer*innen die Möglichkeit, unter realen Bedingungen zu entwerfen.

 

Einführungsveranstaltung: Mo. 07.10.2019, 10:00 Uhr im Seminarraum LA
Workshop und Exkursion nach Buxtehude und Hamburg: 25.-29.10.2019
M1 Abschlusspräsentation: Mo. 17.02.2020, 14:00 Uhr im Seminarraum LA