Proaktive Transformation durch regionales Strategie-Entwerfen

Aachen (2019) [Doktorarbeit]

Seite(n): 1 Online-Ressource (207 Seiten) : Illustrationen, Diagramme

Kurzfassung

Zukünftig werden immer mehr Regionen von grundlegendem Wandel bestimmt sein. Megatrends wie Klimaveränderung, verknappende Ressourcen, Grenzen und Krisen der Wirtschaft oder auch die Digitalisierung werden einflussreicher und verursachen Transformationen. Wie das Beispiel des Ruhrgebiets nach dem Niedergang der Montanindustrie veranschaulicht, können Transformationen in manchen Regionen in Krisen resultieren. Es entstehen negative Folgen wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Art, welchen die Gesellschaft mit einem aufwendigen und kostenintensiven Reparaturbetrieb begegnen muss. Alternativ dazu versuchen Trans-formative Wissenschaften, Geographie/Landschaftsforschung und Regionalentwicklung Strategien zu entwickeln, wie Transformationen vorausschauend begegnet werden kann. Das steht nicht zuletzt im Zusammenhang mit neuen Diskursen über die Aktivität des Entwerfens wie z.B. die Möglichkeiten von „Regional Design“. Könnte hier eine Synthese von Wissen neue Potenziale eröffnen? Hier setzt die vorliegende Dissertation an. Ziel ist, unter dem Begriff „Proaktive Transformation“ ein transdisziplinäres Konzept für die regionale Handlungsebene zu erarbeiten. Wie können Systemveränderungen durch ein Zusammenspiel unterschiedlicher Akteure proaktiv statt reaktiv gestaltet, wie Reorganisationsphasen frühzeitig eingeleitet werden? Mit besonderer Aufmerksamkeit werden die Möglichkeiten untersucht, die Entwerfenden am Anfang des Prozesses zur Verfügung stehen. Im ersten Hauptteil stehen Megatrends und grundsätzliche Anforderungen an eine Proaktive Transformation im Fokus. Im zweiten Teil werden im kritischen Rückblick auf die Entwicklung zweier Beispielregionen Handlungsgrundlagen erarbeitet. Diese Erkenntnisse dienen als Fundament für ein neues Modell zur Strategieentwicklung („Regionales Strategie-Entwerfen“), das im dritten Teil konzipiert wird. Bausteine dieses Modells wurden im Realexperiment mit Beteiligung von regionalen Akteuren getestet. Das vierte Hauptkapitel dokumentiert diesen Prozess und seine Resultate. Als Fallbeispiel diente hier das Rheinische Revier im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Strategiefelder wurden identifiziert und ausgearbeitet (Regionales Kraftwerk; Kreislaufwirtschaft Bauen; Agrobusiness-Region; Freiraumsystem Seen), landschafts-/architektonische Prototypen erstellt und erste Schritte einer Operationalisierung eingeleitet. Die Auswertung dieses Realexperiments analysiert die Rolle von Entwerfenden. Die Dissertation endet mit Schlussfolgerungen zum Konzept der Proaktiven Transformation und einem Ausblick auf die Möglichkeiten des Regionalen Strategie-Entwerfens.

Autorinnen und Autoren

Autorinnen und Autoren

Wirth, Timo Matti

Gutachterinnen und Gutachter

Lohrberg, Frank
Kurth, Detlef

Identifikationsnummern

  • REPORT NUMBER: RWTH-2019-02496

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